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Die Marsch

Die Marsch ist die Landschaft der großen Gesten. Kaum ein Besucher, der von der Weite, diesem unverstellten Blick zum Horizont nicht beeindruckt wäre.

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So weit reicht das Auge

Weit ausholend weisen Einheimische in die Runde, wenn sie ihre Heimat beschreiben – und alles, was diese Armbewegung im weiten Umkreis beschreibt ist eine große, fast abweisende Ebene. Denn vor dem stetigen Wind ducken sich die Dörfer und Gehöfte Schutz suchend hinter schief gewehte Büsche und Bäume. Kaum ist das Wetter freundlicher, überstrahlt ein Himmel die Marsch, der nirgends seines Gleichen hat. Die Wolken scheinen plustriger zu sein, das Blau strahlender und höher als anderswo. Die große Geste der Marsch findet sich sogar im Verkehr wieder: So kurvenfrei kommt nur die Marschenbahn der Strecke Hamburg-Westerland an ihr Ziel. Selbst kleine Landstraßen auf den Nebenstrecken sind oftmals wie mit dem Lineal gezogen

Dem Meer entwachsen

Der Ursprung dieser Landschaft ist das Meer. Es trägt Schwebstoffe herbei, die sich absetzen und so wächst der Meeresboden langsam in die Höhe. Wenn diese Schwebstoffe nicht Sand sind sondern winzige Pflanzen und Tierchen, dann entsteht ein äußerst fruchtbares Land – so wie in Dithmarschen. Wo Sand angespült wird, formt der Wind Dünenlandschaften. Doch der schwere, lehmige Boden, der bei diesem Prozess entsteht, bleibt, wo er ist und wie er ist – nämlich platt und flach wie das Watt.

Schutz vor dem Meer

Diese Ebene liegt nur wenig über dem Meeresspiegel: 5 – 10 m über NN werden in Studien zur Stumflutgefährdung angegeben. Das klingt viel. Doch allein 3,20m fallen davon schon auf die normale Tidenhöhe, die zum Baden am Deich gerade ausreicht. Kein Wunder also, dass die Marsch von Gräben, Deichen und Sielen durchzogen ist. Jeder Landwirt, jedes Dorf, jede Stadt ist froh über einen zusätzlichen zweiten Deich, der sich zwischen Nordsee und Außendeich schlängelt. Diese Schlafdeiche oder auch Sommerdeiche, sind die ehemaligen Außendeiche und dienen meist als Schafweide. An ihnen kann man ablesen, wie sich die Kunst des Deichbaus weiterentwickelt hat. Die Profile sind flacher geworden – und vor allem ragt ihre Krone höher über dem Land auf.

Von der Verlandung zur Landgewinnung

Bevor Deiche gebaut werden, schützen sich die Menschen vor Sturmfluten mit künstlich aufgeworfenen Anhöhen, den Warften oder Wurthen, wie zum Beispiel in „Busenwurth“. Das offene Land zwischen den Wurthen ist bis dahin schutzlos dem „Blanken Hans“ ausgeliefert. Den Nutzen des Deichbaus erkennen die findigen und wohlhabenden Marschbewohner schnell und das alte, im natürlichen Verlandungsprozess entstandene Marschland ist bald eingedeicht. Danach entwickeln die findigen Bauern Methoden, um den Verlandungsprozess zu beschleunigen, die sogenannte Landgewinnung. So entsteht in den vergangenen 500 Jahren Koog um Koog. Mehr als die Hälfte des Kreisgebietes ist auf diese Art gewonnen worden.

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