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Die Geest

„Der Mond ist aufgegangen, die gold'nen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.“

Wo sanfte Geest und flache Marsch zusammenstoßen

Die Landschaft der Romantiker

Wer einmal in einer klaren Nacht den Mond über der Geest seine Bahn hat ziehen sehen kann sich der romantischen Stimmung des Textes und seiner Vertonung nicht verschließen – und ebenso wenig der lieblichen Landschaft, in der der Text entstanden sein soll. So hart und rational die Marsch daher kommt - so lieblich und sanft steht die Geest daneben.

Hinterlassenschaft der Eiszeit

Ursprung dieser Landschaft ist eine Phase der Erdgeschichte, die keineswegs romantisch zu nennen ist: die Eiszeit. Die Eishülle des Nordpols begrub vor vielen Millionen Jahren einen großen Teil Nordeuropas und reichte noch bis in die heutigen Niederlande hinunter. Die unvorstellbar mächtigen Gletscher schoben riesige Mengen von Geröll, Steinen und Sanden dorthin, wo wir heute die sanften Hügel der Geest finden.

Geheimnisvolle Spuren im Boden

Die Böden dieser Endmoränenlandschaft sind dementsprechend sandig und wenig fruchtbar. Die Menschen habe sich dennoch hier angesiedelt und schon in der Steinzeit ihre Spuren hinterlassen. Geheimnisvolle Grabhügel mit hünenhaften Grabanlagen, von wunderschönen Baumgruppen bestanden, die Spuren ihres Ackerbaus und viele Zeugnisse von Siedlungen finden sich gerade auf der Dithmarscher Geest rund um Albersdorf. Diese „Archäologische Quadtratmeile“ überrascht immer wieder mit spannenden Eindrücken zur Menschheitsgeschichte wenn man sich die Mühe macht, die Zeugnisse der Vergangenheit zu suchen, die Informationen dazu zur Hand hat und seiner Phantasie ein wenig freien Lauf lässt.

Lob der Knicklandschaft

Der schwarze, schweigende Wald von Matthias Claudius ist in Dithmarschen indessen knapp. Das fällt aber bei einer oberflächlichen Betrachtung der Geest gar nicht auf. Denn wer mit dem Rad oder dem Auto durch die Landschaft fährt, wird stets von den Gebüschen und Hecken der Knicks begleitet. Im Frühjahr blühen die wilden Rosen und der Holunder verbreitet seinen intensiven Duft, im Sommer spenden sie Schatten und im Herbst verführen Brombeeren zum Naschen. Nach den ersten Frösten verlocken im Winter die Schlehen dazu, einen herben Likör anzusetzen: Die Knicks sind aus der Geest nicht wegzudenken und das, obwohl sie noch gar nicht so alt sind. Erst im ausgehenden 18. Jahrhundert ist dieses prägende Landschaftselement von Menschenhand errichtet worden. Seither hat es sich in vielerlei Hinsicht bewährt.

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    region|dithmarschen
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